Die Geigenbauer

Wilhelm Brückner (Geigenbaumeister)


Geboren 1932 in Erfurt wollte ich ursprünglich Förster werden, begann aber dann mit 15 Jahren eine Geigenbaulehre bei Meister Willi Dölling in Markneukirchen. Dort wurde präzise, jedoch vor allem schnell gearbeitet. Nach der Gesellenprüfung 1951 arbeitete ich dann in Weimar bei Geigenbaumeister Willi Lindörfer. Bei ihm spielte Zeit keine Rolle, die Qualität der neuen Instrumente und insbesondere der Restaurierungen hatte absoluten Vorrang.

1956 bestand ich die Meisterprüfung u. seit 1960 bin ich selbständig bzw. freiberuflich tätig. Anfangs beschäftigten mich vorwiegend Restaurierungen u. Reparaturen. 1972 gewann ich die Goldmedaille beim Internationalen Geigenbauwettbewerb „Henryk Wieniawski“ Polen. Daraufhin widmete ich mich zunehmend dem Neubau, insbesondere von Bratschen. Die neuen Bratschen sind nach wie vor meine große Liebe!

Ich bin Mitglied im Verband Deutscher Geigenbauer und in der Internationalen Viola-Gesellschaft.

Anlässlich meines 80. Geburtstages, veröffentlichte der Autor Stefan Sethe 2012 das Buch "Geigenbau im Spiegel der Zeiten - Die Erfurter Geigenbauerfamilie Brückner erweckt seit fünf Generationen Holz zum Leben". Das gekürzte, leicht variierte Sonderexemplar ist hier als Festschrift abrufbar.


Ruth Brückner (Geigenbaumeisterin)


Ich wurde 1962 in Erfurt geboren und wuchs zwischen Geigen, Bratschen und Celli auf.

Mit 7 Jahren begann ich Geige zu spielen, stieg aber dann auf Bratsche um, da ihr Klang und ihr Charakter wesentlich besser zu mir passen. Fast hätte ich Musik studiert, doch nach dem Abitur entschloss ich mich, Geigenbauer zu werden. Eine Lehre bei einem Meister in Markneukirchen war leider nicht möglich, also lernte ich ab 1981 bei meinem Vater, legte 1983 die Gesellenprüfung ab und bestand 1990 die Meisterprüfung in Markneukirchen.

Seitdem arbeite ich zusammen mit meinem Vater in der gemeinsamen Werkstatt. Neben Reparaturen und Restaurierungen widme auch ich mich hauptsächlich dem Bau neuer Bratschen in allen Größen und inzwischen nach meinem eigenen Modell.

Bratsche spiele ich natürlich immer noch, jetzt im Akademischen Orchester Erfurt. Ich bin ebenfalls im Verband Deutscher Geigenbauer und Mitglied des Bundesverbandes Kunsthandwerk.


Christoph Brückner (Geigenbauergeselle)


Geboren wurde ich 1982 in Erfurt und wie es auch schon bei meiner Mutter der Fall war, verbrachte ich einen Großteil meiner Kindheit mit Geigen und Bratschen in unserer Werkstatt.

Nach mehreren Irrwegen - denn nach meinem Abitur studierte ich zuerst Medientechnologie an der Technischen Universität Ilmenau und anschließend an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Rechtswissenschaften, Neuere Geschichte sowie Philosophie- entschloss ich mich zum Jahreswechsel 2007/2008 Geigenbauer werden zu wollen.

Meine dreijährige Lehrzeit fand sowohl im heimischen Familienbetrieb, wo mir die handwerklichen Fähigkeiten vermittelt wurden, als auch an der Berufsschule in Klingenthal für den theoretischen Teil der Ausbildung statt. Seit meiner Gesellenprüfung im Juli 2011 arbeite ich in unserem Familienbetrieb. Meine besondere Vorliebe gilt, wie sollte es auch anders sein, der Bratsche.

Die Möglichkeiten der Klanggestaltung, einerseits durch bauliche Veränderungen, aber auch durch die Positionierung der Stimme und des Steges und den Einfluss der unterschiedlichen Saiten und des Bogens faszinieren mich.

Bereits meine allererste Bratsche fand einen prominenten Liebhaber, sie wird von Gerd Grötschel, dem Solobratscher des Hessischen Rundfunksinfonieorchesters und des Festspielorchesters Bayreuth gespielt.